Nur 30 Minuten mit dem “Schnellboot” von Bali (60 wenn man die An- und Ablegezeit und Reparaturzeit für die Motoren unterwegs einrechnet) liegt die kleine Insel Nusa Lembongan. Auf ihre 5.000 Einwohner kommen sicher noch mal halb so viele Tagestouristen. Aber es lohnt sich, ein paar Tage länger zu bleiben, denn das Inselchen ist wunderbar entspannt.

Sonnen, schwimmen, schnorcheln

Alles, was man auf Lembongan machen kann, fängt mit s an. Deshalb kann ich nichts für die Überschrift. Das nur vorweg. Ok, man kann auch noch Rollerfahren. Aber das ist in Indonesien ja mehr ein muss als ein kann. Lembongan hat ein paar Bilderbuchstrände. An denen haben wir uns aufgrund chronischer Unternehmungslust immer nur kurz aufgehalten (z.B. für die erfrischende Kokosnuss zwischendurch). Aber die kleinen Strandabschnitte waren meistens fast leer. Und das bei perfektem weißem Sand. In nur 10 Minuten ist man mit dem Roller schon am anderen Ende der Insel, das mit atemberaubenden Klippen glänzt (noch eine Aktivität ohne s: Klippenspringen! Wir haben aber niemanden gesehen, der das tatsächlich gewagt hätte.). Bei Flut brechen sich die Wellen spektakulär an den Felsen und die Gischt schäumt dabei meterhoch über die Klippen. Philipp sind dabei ein paar wirklich tolle Aufnahmen gelungen, die wir gern alle zeigen würden, aber das WLAN ist wieder nicht auf unserer Seite (für vollständige Aufnahmensichtung bei einem kühlen Giesinger nehmen wir ab Oktober Anmeldungen in der Berchtesgadener Straße entgegen). Auch die noch kleinere Nachbarinsel Nusa Ceningan, die man über eine kleine wackelige Brücke erreicht, hat ein paar wirklich schöne Aussichtspunkte.

Schnorcheln kann man um die Inseln herum auch ganz prima. Dabei sieht man mit etwas Glück die Engel der Meere: Mantarochen. Uns kamen sie zumindest wie Engel vor, wie sie mit ihren riesigen Flossen-Flügeln elegant im Wasser fliegen. Zweimal hat unser Boot Halt gemacht, damit wir im ziemlich aufgewühlten Wasser mit den Rochen schwimmen konnten. Mantarochen besitzen im Gegensatz zu Stachelrochen keinen Giftstachel. Was uns hingegen gepiesackt hat, waren die unzähligen Quallen im Wasser. Die sind zwar ungefährlich, fühlen sich aber an wie hundert Mückenstiche. Aber: ohne Quallen, keine Rochen. Die Mantas ernähren sich nämlich von dem schwimmenden Wackelpudding. Nach der anstrengenden Manta-Jagd sind wir in seichteren Gewässern herumgeplantscht und haben Nemo und Dori im Riff besucht. Auf dem Weg dahin sind wir sogar noch auf eine kleine Gruppe Delfine getroffen. Philipp war schnell genug im Wasser, um sie unter Wasser noch zu sehen und zu hören.

Eine Kanufahrt durch die Mangrovenwälder, die Lembongan im Norden umgeben, haben wir auch noch gemacht. Davon gibt es leider gar keine Bilder. Wir hatten in dem wackeligen alten Boot zu viel Angst um die Kamera. Die Fahrt war fast ein bisschen wie eine Bootstour im Märchenwald. Auf kleinen Kanälen geht es durch einen dichten Mangrovenwald, dessen Blätterdach kaum Sonne durchgelassen hat. Und einmal abgebogen, waren wir schon wieder im türkisen Wasser direkt am Strand. Wir haben noch eine ganze Weile das warme Wasser genossen, denn jetzt geht es erstmal in kältere Gefilde.

Next Stop: Melbourne!