Die Wälder auf der Nordinsel haben etwas urzeitliches. Riesige Farne, Gräser und Palmen, die wir noch nirgends anders gesehen haben, bilden einen subtropischen, exotischen Wald. Aber das eigentliche Wunder wartet tief in den Wäldern: tausende Jahre alte Bäume, die von den Māori verehrt und von den Neuseeländern mit allen Mitteln geschützt werden.

Kauri Bäume – die sensiblen Riesen

Die Neuseeländischen Kauri Bäume sind nicht nur die Größten und Dicksten im Wald. Die Māori verehren einige Exemplare als Vater des Waldes oder sogar als Lebensbringer aller Kreaturen auf der Erde. Der älteste noch lebende Kauri Baum – der Vater des Waldes – ist geschätzte 3.500 – 4.000 Jahre alt und hat einen Umfang von über 16 Metern. Er steht gut geschützt im Waipoura Wald, den man nur betreten darf, nachdem man seine Schuhe ordentlich abgeputzt (und desinfiziert!) hat. Eingeschleppte Krankheiten bedrohen die Bäume (so wie viele andere einzigartige Lebewesen in Neuseeland) und deshalb darf keine fremde Erde oder Staub in den Wald gelangen. Schilder weisen alle paar Meter darauf hin, auch ja den Weg nicht zu verlassen. Denn so groß und mächtig die Bäume wirken, so zart und empfindlich sind ihre Wurzeln. Ein ziemlicher Aufwand für ein paar Bäume. Den verstehen wir aber sofort, als wir den Wald mit blitzblanken Schuhen betreten. Eine ohrenbetäubende Stille umfängt uns und die mächtigen Kauri lassen jede andere Pflanze wie Miniaturen erscheinen. Vor allem kommen wir uns selbst sehr klein vor im Angesicht dieser uralten Lebewesen. Wir trauen uns kaum zu flüstern und der Vater des Waldes, der Te Matua Ngahere, lässt uns vollends verstummen. Selbst wie Riesen fühlen wir uns dagegen an der nächsten Station.

In den grünen Hügeln bei den Hobbits

Jeder, der die Herr der Ringe Filme gesehen hat, träumt wahrscheinlich von den atemberaubenden Landschaften und Kulissen. Die meisten davon wurden auf der Südinsel Neuseelands gefilmt, mit ihren schroffen Landschaften und hohen Bergen. Aber die berühmteste Kulisse ist hier im Norden: das Auenland mit seinen grünen Hügelchen und bunten Hobbithöhlen. Nachdem die drei Filme zum Buch ‚Der Hobbit‘ gedreht wurden, blieb das Filmset mitten in den Schafweiden eines Neuseeländischen Farmers erhalten. Ein bisschen wie das Teletubbie-Land – saftig grüne Hügelchen auf denen kleine Lämmchen herumhüpfen. Oder eben wie das Auenland, das J.R.R. Tolkien genauso beschrieben hat. Während einer eineinhalb-stündigen Führungen können wir die über 40 detailliert gestalteten Hobbithöhlen mit ihren liebevollen kleinen Gärten bewundern. Inklusive vieler Geschichten rund um den Dreh (z.B., dass die Eiche auf Bilbos Haus in 10-monatiger Handarbeit künstlich hergestellt wurde, um dann insgesamt 12 Sekunden im Film gezeigt zu werden). Über 200 Leute sorgen das ganze Jahr über dafür, dass das Auenland so gemütlich und echt wirkt wie nur möglich. Die Gärtner bauen ihr eigenes Hobbitgemüse an und kochen damit Zuhause leckeren Hobbiteintopf. Zum Abschluss des Rundgangs gibt’s selbstgebrautes Bier am Feuer im Green Dragon Inn – wie bei Frodo und Co.