No pain, no gain – so sieht es zumindest aus, wenn man beim Rugby zusieht. Vor allem für uns, die wir nur überbezahlte Fußballer-Mäuschen kennen, die bei jedem Windhauch auf dem Boden liegen und sich wälzen. Rugby ist da wesentlich amüsanter: 30 Muskelpakete, die sich gute 80 Minuten lang tackeln, umrennen und zu Boden reißen. Und es dann zwischendurch auch mal spektakulär über die Try Line schaffen (das ist dann wie ein Tor, nur mit 5 Punkten).

Dank meinem Kumpel Dhana, der in Auckland wohnt und für uns die Tickets besorgt hat (die bekommt man nur mit einer neuseeländischen Adresse), konnten wir zum Spiel der Nationalmannschaft – den All Blacks – gegen Argentinien gehen und zusammen mit 25.000 Neuseeländern im fast ausverkauften Yarrow Stadium in New Plymouth die All Blacks anfeuern. Zeitlich hat das auch super in unsere Route gepasst.

Ein Highlight vor jedem Spiel der All Blacks ist der Haka. Diesen Kriegstanz zelebrieren die Spieler vor den Augen des Gegners. Das Ziel ist ganz klar: Einschüchterung. Außer dem Gebrüll der 15 Spieler ist es im Stadion mucksmäuschenstill.

Manche Tacklings (der Spieler, der den Ball hat, wird vom Gegner umgerannt, damit er die Try Line nicht erreicht) sehen so heftig aus, dass wir zusammenzucken. Schließlich tragen die Spieler, anders als beim American Football, keinen Ganzkörperschutz. Außer einer läppischen ausgekugelten Schulter gibt es aber überraschend wenige Verletzungen. Entsprechend auch weniger Unterbrechungen als beim Fußball, kein Lamentieren mit dem Unparteiischen und keine dreifache Rolle mit kläglichen Schreien am Boden.

Was uns neben dem sportlichen Entertainment besonders aufgefallen ist: Auch für tolle Aktionen des Gegners gab es Applaus von den Neuseeländern. Niemand hat die Spieler ausgepfiffen und es gab auch keine Fangesänge, die unter die Gürtellinie gehen. Alles Dinge, von denen sich unsere Fußballfans eine gewaltige Scheibe abschneiden könnten.