Anders als in Singapur wird man in Kuala Lumpur vom Sing-Sang des Imams begrüßt. Eigentlich ein Wunder, dass der die tausenden Motorroller übertönt, die am Wochenende durch die Stadt knattern. Neben dem Islam ist die zweite große Religion in der Hauptstadt Malaysias das Shopping. Die schönen Moscheen mit goldenen Kuppeln muss man hier ein bisschen suchen. Shopping Malls findet man dafür an wirklich jeder Ecke. Wir waren drei Tage in der Stadt des Konsums. Mitgenommen haben wir aber natürlich nur viele neue Eindrücke, für alles andere ist ja kein Platz im Rucksack.

Malls, Malls, Malls – Kuala Lumpur ist etwas für Shopping Queens

Nach unserem langen Flug nach Singapur sind wir bei der Weiterreise nach Kuala Lumpur auf den Bus umgestiegen. Das dauert nicht unwesentlich länger, ist soooo viel billiger (S$10 ~ 7€ pro Person beim günstigsten Anbieter Starmart) und auch viel bequemer. Nach ungefähr sechs Stunden Fahrt wurden wir an einer Shopping Mall abgesetzt – wo auch sonst. Selbst wenn man – wie wir – gerade keinen Konsumdrang verspürt, landet man in Kuala Lumpur zwangsläufig immer wieder in einem Einkaufszentrum. WLAN, Geldautomaten oder vernünftigen Kaffee gibt es fast nur dort. Etwas irritierend: In den meisten Malls herrscht gähnende Leere. Anscheinend warten sie gerade auf den nächsten Ansturm von kauffreudigen Touristen aus dem fernen Osten.

Warum lass ich mich hier eigentlich so lang über Einkaufszentren aus? Einmal, weil ich ja eigentlich selbst eine der Shopping Queens bin. Und weil es irgendwie nicht so wahnsinnig viel zu entdecken gibt in Kuala Lumpur. Die Petronas Towers natürlich. Das Wahrzeichen der Stadt. Aus jeder Perspektive, bei Tag oder bei Nacht, immer wirklich schön anzusehen (vor allem wenn man ein tolles Hotelzimmer hat mit Blick auf die Türme). Den Stadtpark gleich dahinter, der den Namen nicht so richtig verdient. Der Reiseführer empfiehlt noch den Nachtmarkt, auf dem man gefälschte Markensachen kaufen kann. Den haben wir uns aber geklemmt. Ach ja, Essen kann ma hier natürlich ganz toll. Zum Beispiel im Baba Can Cook, wo es sehr leckeres Curry gibt. Oder das Kin Kin mit fantastischen Nudeln. Und an den Streetfood Ständen in der Jalan Alor haben wir uns einmal durch Asien gegessen.
Nach einem Tag in der Stadt haben wir uns aber lieber doch nach Ausflügen ins Umland erkundigt. Und sind fündig geworden: Entweder fährt man zu den Batu Höhlen, natürlich geformte Höhlen, die zu einem Hindutempel umfunktioniert wurden. Oder, und dafür haben wir uns entschieden, man macht eine nächtliche Bootstour, bei der man Glühwürmchen beobachten kann.

Besser als jede Weihnachtsbeleuchtung: ein Glühwürmchen Baum

Die Glühwürmchen-Tour startet mit dem Bus nach Kuala Selangor. Da sollten wir dann kleine Äffchen füttern dürfen. Wir haben uns auf’s Fotografieren und Beobachten beschränkt. Die Affen waren eh schon zu dick. Weiter ging’s zum Abendessen am Fluss mit wunderschönem Sonnenuntergang und leckeren Meeresfrüchten bis zum Platzen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden wir mit kleinen Ruderbooten auf den Fluss gefahren. Ganz leise, damit wir die Glühwürmchen in der Stille der Nacht nicht stören. Und was haben die geglitzert! In den Mangroven, die das Flussufer säumen, saßen sie zu Tausenden. Voll romantisch! Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn sie mit etwa 40€ pro Person recht teuer war. Ungefähr eine halbe Stunde durften wir das Spektakel bewundern, während wir leise über den Fluss glitten (Lilla, statt Streichelzoo sollten wir eine Glühwürmchen Farm in Betracht ziehen!) Ein wirklich tolles Erlebnis!
Fotografieren und Filmen war bei der Dunkelheit eine echte Herausforderung. Hoffentlich bekommt man trotzdem einen kleinen Eindruck.

Nach der Rückkehr ins Hotel haben wir noch ein bisschen die Aussicht von unserer Dachterrasse mit Pool und Blick auf die Petronas Towers genossen. Ein echtes Highlight! Leider sehen wir außer der Stadt nicht mehr von Malaysia. Denn morgen geht’s weiter mit dem Flieger nach Yangon. Wir freuen uns schon riesig auf die nächsten drei Wochen in Myanmar!